Sein oder Nichtsein
(To Be or Not To Be)

Spielstätte
Neues Theater Halle, Schauspiel
Über das Stück

Komödie von Nick Whitby nach dem Film von Ernst Lubitsch
Drehbuch von Edwin Justus Mayer und Melchior Lengyel

Fotos © Anna Kolata

Premiere: 26.09.2025

Wiederaufnahme: 30.09.2026


Am Warschauer Polski-Theater brummt das Theaterleben – hinter den Kulissen bewegen Skandälchen, Erfolge und Eifersuchten die eingeschworene Truppe um das Schauspielerpaar Josef und Maria Tura. Die Uraufführung von »Ein Geschenk von Hitler« wird zensiert, so stürzt man sich auf »Hamlet«. Doch dann wird Spielen plötzlich zum Überlebenswerkzeug: Polen wird von den deutschen Nationalsozialisten besetzt. Das Theater schließt und die Truppe findet sich in einem schwindelerregenden Spionagefall wieder: Eine Liste mit den Namen polnischer Untergrundkämpfer droht aufzufliegen. Jetzt MÜSSEN sie spielen. Mit meisterlicher Maskerade gelingt ein Coup: Als Nazis verkleidet schlagen die Mimen den Feind mit eigenen Waffen und setzen sich gewitzt und urkomisch gegen die Besatzer zur Wehr.


Der Berliner Jude Ernst Lubitsch, Mitglied der Hollywood Anti-Nazi-League, porträtierte 1942 Theatermenschen, die, wie er sagt, »auch in den dunkelsten Stunden Mut und den Scharfsinn und auch den Sinn für Humor nicht verloren haben«. Das hellsichtige Zeitdokument stieß in Deutschland – gerade auf dem Vormarsch gen Osten – auf Ablehnung. Erst zwanzig Jahre nach dem Krieg feierte diese unterhaltsame Utopie des Widerstandes Erfolge. Seit 2008 wird »Sein oder Nichtsein« auch auf Theaterbühnen in der Fassung des Briten Nick Whitby gespielt. Es inszeniert der Komödienspezialist Tobias Materna, der mit dieser Inszenierung sein Regiedebüt in Halle gibt.