Mit Paul Abrahams Ball im Savoy brachte Tobias Materna 2015 am Landestheater Coburg eine der funkelndsten Jazz-Operetten der Zwischenkriegszeit auf die Bühne. Die Inszenierung setzte auf Tempo, Eleganz und den rauschhaften Charakter des Werks – ein Revue-Feuerwerk aus Verwechslung, Eifersucht, mondäner Oberfläche und musikalischer Raffinesse.
Maternas Regie nahm die Leichtigkeit der Operette ernst, ohne sie bloß dekorativ auszuspielen. Zwischen Charleston, Exotik, Gesellschaftssatire und großer Show entstand ein Abend, der Abrahams unverwechselbaren Klang zwischen Operette, Jazz und Musical mit szenischer Spielfreude, präzisem Timing und einem feinen Gespür für komödiantische Zuspitzung verband.
Nach der Hochzeitsreise kehren Madeleine und ihr Ehemann, Marquis Aristide de Faublas, zurück. Doch kaum sind sie wieder zu Hause, erreicht Aristide ein Telegramm seiner früheren Geliebten Tangolita: Er schuldet ihr noch ein gemeinsames Souper – und zwar ausgerechnet im Savoy. Um sein Treffen zu tarnen, erfindet Aristide eine Ausrede, doch Madeleine durchschaut das Spiel.
Was folgt, ist eine turbulente Nacht voller Maskierungen, Missverständnisse und musikalischer Überraschungen. Während Aristide versucht, seine Vergangenheit diskret zu verwalten, nimmt Madeleine die Dinge selbst in die Hand. Paul Abraham verwandelt diese Ehekomödie in ein rasantes Spiel über Vertrauen, Begehren, gesellschaftliche Rollen und die Lust daran, sich immer wieder neu zu erfinden.